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Einzigartiger Skulpturenpark

Von awo

Die Piazza della Signoria ist für Florenz das, was die Piazza di San Marco für Venedig ist: ein Platz, auf dem sich nach dem Durchschreiten enger Gassen plötzlich das Blickfeld öffnet und an dem einige der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt wie auf einem Präsentierteller aufgereiht sind. So ist es nur folgerichtig, dass dieser Platz fast ununterbrochen von sehr vielen Menschen frequentiert wird.

Da ist der Palazzo Vecchio mit seinem markanten Turm, daneben der Zugang zu den Uffizien. Ein sprichwörtliches Déjà-Vue ist spätestens dann zu erleben, wenn der Blick auf hier aufgestellte Skulpturen fällt.

Da ist zunächst die Figur des Neptun auf dem dazu gehörigen Brunnen. Sie wirkt etwas ungelenk, dafür verkörpert die Figur des David Schönheit an sich. Quasi als eine Art Sex-Symbol ist sie auf zahlreichen Florenz-Postkarten abgebildet. Weiter rechts liegt wie eine überdimensionierte Veranda die Loggia della Signoria mit ihren drei sehr hohen Bögen, auf der weitere Skulpturen ausgestellt sind.

In der Summe haben wir hier einen einzigartigen Skulpturenpark vor uns, wobei es sich lohnt, einzelne Skulpturen genauer zu betrachten. In der Loggia della Signoria, die im übrigen auch unter anderen Namen in den Reiseführern beschrieben wird, sind eine Bronzestatue und vier Marmorgruppen aufgestellt, abgesehen von den altrömischen Statuen an der Rückwand.

Am bedeutendsten ist auf der Loggia sicherlich die Bronzestatue des "Perseus mit der geköpften Medusa". Cellini, der sie 1554 geschaffen hat, hat ihre Herstellung, bei der er, passend zum Geist der Renaissance, technisch neue und gewagte Wege beschritten hat, eindrucksvoll in seiner Autobiographie beschrieben. Die Übersetzung, die kein geringerer als Goethe verfasst hat, ist heute noch spannend zu lesen.

Zwei der Marmorgruppen sind unwesentlich jünger. Es handelt sich um den "Raub der Sabinerinnen" (1583) und "Herkules kämpft mit dem Zentauren Nessos" (1599). Sie wurden von Giambologna aus dem Stein gemeisselt.

In einem Reiseführer habe ich gelesen, die Skulpturen wurden ohne Beziehung zur Geschichte von Florenz recht beliebig zusammengestellt. Ein anderer behauptet das Gegenteil. Ihm zufolge sollte die geköpfte Medusa potentielle Aufrührer abschrecken, von denen es in Florenz viele gegeben haben soll. Ein Aufrührer war Savanorola, nach heutigen Maßstäben vielleicht ein Fundamentalist. Er wurde 1498 auf der Piazza Signoria gehängt und auf einem Scheiterhaufen verbrannt.

Sinn und Zweck der Loggia della Signoria, die 1380 gebaut worden ist, war es, den öffentlichen Zeremonien des Rates einen Raum zu geben. Fast 200 Jahre später wurden die Uffzien quasi angebaut. Von dort aus, genauer gesagt von dem Café in den Uffizien, ist das als Terrasse gestaltete Dach der Loggia zugänglich. Es bietet eine ungewöhnliche Aussicht auf die Piazza della Signoria und eine Kulisse markanter und bedeutender Bauwerke, darunter die Kuppel des Doms.

Geschrieben 09.01.2008, Geändert 09.01.2008, 3976 x gelesen.

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