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Triest - noch zu entdecken!

Von Gianna

Triest ist eine Stadt, die man sich ein wenig mühsam "erobern" muss. Sie erscheint auf den ersten Blick laut und hektisch. In den letzten Jahren wurde in der Stadt auffallend zügig renoviert – wohl auch auf Drängen des langjährigen Bürgermeisters Illy. Wenn man sich etwas Zeit nimmt, kann man ihre Reize bald erkennen.

Ein Bummel auf der Mole Audace bei Sonnenuntergang, durch die Altstadt mit ihren zahllosen Antiquitätenläden, durch die Straßen rund um den Corso Italia auf Schnäppchenjagd, eine Rast in einem der berühmten Kaffeehäuser wie dem "Tergesteo", dem "San Marco" oder dem "Tommaseo" oder auf der eindrucksvollen Piazza dell’Unita mit Blick aufs Meer, ein Spaziergang auf dem Burghügel mit seinen zahllosen wilden Katzen – jeder wird "sein" Triest finden. Besonderns schön ist ein Ausflug in den Karst hinter Triest oder nach Muggia, das seit einiger Zeit wieder mit dem Boot angefahren wird.

Wirklich verstehen kann man die Stadt meiner Meinung nach aber nur, wenn man ein wenig von ihrer Geschichte weiß, und darum habe ich versucht, sie ganz kurz zusammenzufassen.

Triest ist eine Gründung der alten Römer (Tergeste) und stellte sich 1383 freiwillig unter den Schutz der Habsburger. Es blieb aber eine unbedeutende Siedlung, bis der Vater von Maria Theresia, Karl IV., die Vorteile der geographischen Lage erkannte und die Stadt 1719 zum Freihafen erhob. Nun entstanden neben dem mittelalterlichen Stadtkern am Fuß des Colle di San Giusto mit seinen verwinkelten Gassen ein neuer Stadtteil, ein Kanal und neue Hafenmolen. Viele Zuwanderer aus verschiedenen Ländern ließen die Zahl der Einwohner von 7.000 auf 180.000 im Jahr 1900 ansteigen. Die schönen Bürgerpaläste und die Gebäude um die Piazza dell’Unita entstanden im 19. Jhd., der Zeit der größten wirtschaftlichen Blüte,

Die nationalen Bewegungen des 19. Jhds. waren auch in Triest aktiv und führten nicht nur zu Spannungen zwischen Österreichern und Italienern, sondern auch zwischen Slowenen und Italienern. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Triest mit Friaul an Italien. 1943 gliederten die Nationalsozialisten Triest samt seinem Hinterland als großdeutschen Gau ein und richteten in der früheren Reisfabrik Risiera di San Sabba das einzige KZ Italiens ein. Das kann man übrigens besuchen.

Ganz interessant ist die Geschichte der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. 40 Tage regierten die Tito-Partisanen in Triest und verfolgten grausam die italienischen Partisanen und echte oder vermeintliche Verbündete der Deutschen. Zahllose Opfer verschwanden in den Karstspalten, den Foibe. Eine davon, die Foiba di Basovizza, im Karst hinter Triest, ist zum Monumento Nazionale erklärt worden.

Im Juni 1945 übernahmen die Alliierten die Stadt, und weiterhin erhoben Italien und Jugoslawien Anspruch auf sie. Ein "Freies Territorium von Triest" wurde errichtet, das von Duino bis Novigrad reichte und später in zwei Verwaltungseinheiten geteilt wurde. Die Dauerkrise dauerte 20 Jahre, und erst nach langwierigen Verhandlungen wurde diese Verwaltungsgrenze 1975 als Staatsgrenze anerkannt.

Die neofaschistische "Alleanza Nazionale" belebt immer wieder den alten Konflikt, Parteichef Fini soll eine Flaschenpost mit der Botschaft "Istrien, wir kommen" ins Meer geworfen haben. Für Probleme ist auch in Zukunft gesorgt...

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Geschrieben 17.08.2001, Geändert 17.08.2001, 2016 x gelesen.

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